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Formel 1 auf der Schiene

20. Mai 2026

Kaum zu fassen: Der Formel-1-Zirkus, auf Geschwindigkeit am Asphalt abonniert, setzt auf die Schiene. DHL hat dieser Tage 50 Container mit Rennausrüstung über 2000 km von Florida nach Montreal (Kanada) transportiert – darunter 46 Vierzig- und vier Zwanzig-Fuss-Container. Was allerdings auch nicht ganz so neu ist, wie es anlässlich des Pilotprojekts dargestellt wird.

DHL Formel E1 310 E-Formel 1

Der modale Umstieg wurde ausdrücklich als Pilotprojekt inszeniert, weil damit die emissionsträchtige Abhängigkeit von Luft- und Strassentransporten weiter reduziert werden soll. Anzunehmen ist, dass schon seit Längerem darüber sinniert wurde, wie - zusätzlich zur Elektro-Formel 1 - angesichts der CO2-trächtigen PS-Boliden ein weiterer Akzent zur Reduzierung klimaschädlicher Abgasbelastungen gesetzt werden könnte.

Von Miami nach Montreal

Laut DHL wurden auch nicht ganz 100 Prozent des Equipments des Rennzirkus per Bahn transportiert, sondern lediglich – aber doch immerhin - 68 % des sonst abgewickelten Formel-1-Fracht-Aufkommens für diesen Streckenabschnitt, die sonst per Strasse transportiert worden wären. Alle 50 Container seien erfolgreich geliefert und im Rahmen der multimodalen Lösung über die nahezu 2000 km auf dem Gleis bewegt worden.

DHL rail2 310 2000 km Gleistransport

Die DHL Group habe damit ein Meilenstein-Pilotprojekt in Nordamerika realisiert. «Die Integration der Schiene in unserem Logistikmix zeigt, wie etablierte Transportmodi auf neue Weise eingesetzt werden können, um Nachhaltigkeit in einem hochgradig zeitkritischen Umfeld zu fördern», sagt Paul Fowler, Head of Global Motorsports Logistics bei DHL. «Die erfolgreiche Lieferung der gesamten Fracht in diesem Pilotprojekt belegt, dass die Schiene den anspruchsvollen Zeitplan der Formel 1 zuverlässig erfüllen und gleichzeitig zur Reduzierung von Emissionen beitragen kann. DHL und die Formel 1 entwickeln ihre Logistiklösungen kontinuierlich weiter, um den ökologischen Fussabdruck der Rennserie weiter zu verringern.»

Schon lange Partner

Während des gesamten Transports wurden die Container mit Tracking-Geräten und Erschütterungs-Sensoren ausgestattet, um Handling, Transitzeiten und die Unversehrtheit der Ladung zu überwachen und so eine sichere sowie termingerechte Lieferung der Rennausrüstung zu gewährleisten. Die gewonnenen Daten sollen nun genutzt werden, um zentrale operative Kriterien und die Nachhaltigkeitsleistung zu bewerten, während DHL und die Formel 1 weitere Möglichkeiten zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen in der Rennserie prüfen.

DHL formel1container 3 310 Auch per Air Cargo schon 2007. Alle Fotos: DHL Group

Im gesamten Formel-1-Kalender kommen auch schon Sustainable Aviation Fuels (SAF) über Book-and-Claim-Mechanismen für ausgewählte Luftfrachttransporte mit bis zu 80 % geringeren Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu konventionellem Kerosin zum Zuge. In Europa selbst unterstützen bereits mehr als 50 Lkw, die mit Biokraftstoffen betrieben werden, den Strassentransport, wobei durchschnittlich eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 83 % im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw erreicht werde.

Modal weiter ausbauen

Das Schienen-Pilotprojekt zwischen Miami und Montreal zeige das Potenzial der Schiene als Bestandteil des Logistiknetzwerks der Formel 1 und bilde die Grundlage für eine zukünftige Ausweitung. «DHL und die Formel 1», heisst es, «prüfen gemeinsam Möglichkeiten, den Einsatz der Schiene in Nordamerika ab der Saison 2027 weiter auszubauen, abhängig von der Struktur des Rennkalenders, der operativen Umsetzbarkeit sowie den Ergebnissen des Tests im Jahr 2026».

www.dhl.com

 








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